Anthropic stellt leistungsstarkes KI-Modell Mythos vor, Testzugang nur für Sicherheitspartner verfügbar
Anthropic hat die Vorschauversion seines neuen „Frontier-Modells“ Mythos veröffentlicht, das als das bisher leistungsstärkste gilt und speziell für Cybersicherheitsanwendungen entwickelt wurde. Während der Testphase identifizierte das Modell Tausende von Zero-Day-Schwachstellen und ist derzeit ausschließlich einer ausgewählten Gruppe von Sicherheitspartnern im Rahmen von Project Glasswing zu Testzwecken zugänglich.

Anthropic hat Mythos vorgestellt, sein bislang leistungsstärkstes KI-Modell, das derzeit auf ausgewählte Sicherheitspartner beschränkt ist und eine bemerkenswerte Fähigkeit gezeigt hat, Tausende langjähriger Zero-Day-Schwachstellen aufzudecken.
Anthropic präsentiert Next-Generation-Modell „Mythos“ für Cybersicherheitsaufgaben
Das KI-Unternehmen Anthropic veröffentlichte am Dienstag eine Vorschauversion seines Next-Generation-„Frontier-Modells“ Mythos. Vom Unternehmen als sein „leistungsstärkstes“ Modell bis dato beschrieben, wird es zunächst über eine spezielle Sicherheitsinitiative namens Project Glasswing an eine kleine Gruppe von Partnern ausgerollt, speziell für Aufgaben im Bereich Cybersicherheit.
Ein neues Mitglied des Claude-Systems: Fokus auf Programmierung und logisches Denken
Laut der Ankündigung ist Mythos ein universelles Großmodell innerhalb des Claude-Ökosystems mit außergewöhnlichen Fähigkeiten in der Programmierung und im logischen Denken. Obwohl es nicht ausschließlich für Cybersicherheit trainiert wurde, liegt sein primärer Einsatzbereich in dieser Vorschauphase auf der Suche nach Code-Schwachstellen in sowohl proprietärer als auch Open-Source-Software.
Anthropic berichtete, dass Mythos in jüngsten internen Tests Tausende von Zero-Day-Schwachstellen identifiziert hat. Viele davon wurden als hochriskant eingestuft, wobei einige Probleme auf Legacy-Code zurückzuführen sind, der vor einem oder sogar zwei Jahrzehnten geschrieben wurde. Diese Leistung unterstreicht das erhebliche Potenzial großer Sprachmodelle, „historische Schwachstellen“ aufzudecken, die über Jahre hinweg unentdeckt geblieben sind.

Exklusiv für vertraglich gebundene Partner, Fokus auf „defensive Sicherheit“
Mit zunehmenden Modellfähigkeiten sind auch die Bedenken der Branche hinsichtlich möglicher Missbräuche gewachsen. Würden solche Werkzeuge von böswilligen Akteuren ausgenutzt, könnten sie die Geschwindigkeit der Schwachstellenentdeckung und anschließender Angriffe drastisch beschleunigen. Um diese Risiken zu mindern, erklärte Anthropic ausdrücklich, dass diese Vorschauversion nicht der breiten Öffentlichkeit zugänglich ist und auf vertraglich gebundene Partner für spezifische Sicherheitsaufgaben beschränkt bleibt.
Zu den Organisationen, die derzeit an der Mythos-Testphase teilnehmen, zählen Dutzende bedeutende Akteure wie Amazon, Apple, Broadcom, Cisco, CrowdStrike, die Linux Foundation, Microsoft und Palo Alto Networks. Diese Organisationen werden bei „defensiven Sicherheitsmaßnahmen“ zusammenarbeiten und ihre Erkenntnisse nach Abschluss des Projekts teilen, um die Sicherheitsstandards in der gesamten Technologiebranche zu erhöhen.
Gespräche mit US-Bundesbehörden über nationale Schlüsselsysteme
Anthropic gab außerdem bekannt, dass es „laufende Gespräche“ mit US-Bundesbeamten über den möglichen Einsatz von Mythos in kritischen nationalen Systemen führt.
Diese Gespräche finden parallel zu bestehenden rechtlichen Auseinandersetzungen statt. Zuvor hatte das US-Verteidigungsministerium Anthropic als „Lieferketten-Risikoeinheit“ eingestuft, nachdem das Unternehmen sich geweigert hatte, seine Technologie für autonome Angriffe oder Überwachungsmaßnahmen gegen US-Bürger bereitzustellen.
Bekanntwerden durch versehentliches Datenleck
Bemerkenswert ist, dass die Existenz von Mythos erstmals durch einen Datensicherheitsvorfall ans Licht kam. Im vergangenen Monat wurde ein noch nicht offiziell veröffentlichter Entwurf eines Blogbeitrags versehentlich in einem öffentlich zugänglichen Data Lake gespeichert. Sicherheitsforscher entdeckten und verbreiteten die Informationen anschließend.
Der Entwurf erwähnte, dass Mythos größer und intelligenter sei als die vorherige Opus-Serie. Er enthielt zudem Warnungen, dass das Modell bei missbräuchlicher Nutzung Schwachstellen in einem Tempo entdecken und ausnutzen könnte, das die Fähigkeit von Verteidigern zur Behebung übersteigt.
Kernpunkte:
Mythos ist Anthropics neuestes Frontier-KI-Modell, das derzeit für Testzwecke auf eine begrenzte Anzahl von Sicherheitspartnern beschränkt ist.
Das Modell entdeckte während der Tests Tausende von Zero-Day-Schwachstellen und demonstrierte damit eine starke Fähigkeit, historische Fehler aufzuspüren.
Das Unternehmen prüft gemeinsam mit US-Bundesbeamten Anwendungen für nationale kritische Systeme und bewegt sich dabei in einem Umfeld rechtlicher Kontroversen.