Neuer US-Arbeitsplatzbegriff "FOBO": KI verstärkt die Angst, überflüssig zu werden
Im Jahr 2026 ist am US-Arbeitsplatz ein neues psychologisches Phänomen namens "FOBO" entstanden, das die tief verwurzelte Angst von Mitarbeitenden widerspiegelt, durch KI ersetzt zu werden. Umfragen zeigen, dass 40 % der Beschäftigten befürchten, ihren Arbeitsplatz an KI zu verlieren, während 63 % glauben, dass KI das Arbeitsumfeld weniger menschlich macht. Trotz der rasanten Weiterentwicklung der KI-Fähigkeiten bleibt die tatsächliche Einführung in Unternehmen relativ langsam.

Laut dem Magazin Fortune ist 2026 am US-Arbeitsplatz ein neues psychologisches Phänomen entstanden – FOBO (Fear of Becoming Obsolete): die Angst, obsolet zu werden. Dieses Gefühl unterscheidet sich von der traditionellen Angst vor Arbeitsplatzverlust und spiegelt eine tiefere Sorge um den eigenen persönlichen Wert und die berufliche Relevanz wider.
KI verstärkt die Unruhe am Arbeitsplatz
Laut Umfragedaten von KPMG nennen 40 % der Beschäftigten „Jobverlust durch KI“ als ihre Hauptquelle der Angst, während 63 % der Befragten glauben, dass KI das Arbeitsumfeld weniger menschlich macht. Da Technologie den Arbeitsplatz rasch durchdringt, werden solche Empfindungen zunehmend zum Mainstream.
Gleichzeitig hat sich das Tempo der Veränderungen bei den Anforderungen an berufliche Fähigkeiten deutlich beschleunigt und ist im Vergleich zum Vorjahr um 66 % gestiegen. Dieses erhöhte Innovationstempo bei Kompetenzen lässt viele Beschäftigte befürchten, dass ihre eigenen Fähigkeiten schnell an Bedeutung verlieren.
Prognosen von Führungskräften und Politikern verstärken die Angst weiter
Öffentliche Prognosen von Unternehmensleitern und politischen Entscheidungsträgern haben dieses Gefühl der Unsicherheit teilweise zusätzlich verstärkt.
Dario Amodei, CEO von Anthropic, erklärte, dass KI innerhalb von fünf Jahren 50 % der Einstiegsjobs im Bürobereich eliminieren könnte.
Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, äußerte eine ähnliche Ansicht.
US-Senator Mark Warner warnte, dass das Tempo der Auswirkungen von KI die Erwartungen der Branche übersteige, und prognostizierte, dass die Arbeitslosenquote unter Hochschulabsolventen innerhalb von zwei Jahren 35 % erreichen könnte.
Diese Aussagen haben die Sorgen der Beschäftigten hinsichtlich zukünftiger Stabilität weiter verstärkt.
MIT-Studie: KI ist eher eine „langsam steigende Flut“
Das FutureTech-Team des Massachusetts Institute of Technology (MIT) vertritt jedoch eine andere Auffassung über das Tempo, mit dem KI den Arbeitsmarkt beeinflusst. Ihre Forschung zeigt, dass die durch KI verursachten Veränderungen eher einer „langsam steigenden Flut“ als einer plötzlichen „Riesenwelle“ ähneln.
Nach der Analyse von 3.000 Arten von Arbeitsaufgaben und 17.000 Bewertungen stellte das Team fest:
KI ist bereits in der Lage, 50 % bis 75 % textbasierter Arbeit in mindestens akzeptabler Qualität zu erledigen;
Bis zum dritten Quartal 2024 konnten Spitzenmodelle 50 % eines „menschlichen Arbeitstags“ bewältigen;
Es wird geschätzt, dass bis 2029 die Erfolgsquote von KI bei den meisten textbasierten Aufgaben 80 % bis 95 % erreichen wird.
Die Studie legt nahe, dass trotz der rasanten Verbesserung der Fähigkeiten die vollständige Automatisierung noch Zeit benötigen wird.
Unternehmensweite Einführung hinkt weiterhin hinterher
Im Gegensatz zum schnellen Fortschritt der technischen Fähigkeiten verläuft die tatsächliche Implementierung von KI in Unternehmen weiterhin relativ langsam. Daten von Goldman Sachs zeigen:
Derzeit haben weniger als 19 % der US-Unternehmen KI tatsächlich implementiert;
Dieser Anteil dürfte in den nächsten sechs Monaten nur auf 22,3 % steigen;
Nur etwa ein Drittel der Beschäftigten hat eine angemessene KI-Schulung erhalten.
Darüber hinaus besteht in Branchen mit geringer Fehlertoleranz, wie Recht und Gesundheitswesen, weiterhin eine natürliche Pufferzone für die Einführung von KI.
Wie geht man mit „FOBO“ um?
Die MIT-Studie kommt zu dem Schluss, dass der Fortschritt der KI zwar erstaunlich ist, die echte vollständige Automatisierung jedoch noch nicht eingetreten ist. Angesichts von FOBO-Gefühlen liegt der Schlüssel darin, die eigene Wahrnehmung anzupassen – KI als Werkzeug statt als Bedrohung zu betrachten, ist eine wirksame Strategie, um Angst abzubauen und eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu erreichen.