DeepSeek strebt Berichten zufolge eine Bewertung von 45 Milliarden US-Dollar in erster Finanzierungsrunde an

Technology07.May.2026 10:593 min read

Das chinesische KI-Labor DeepSeek befindet sich Berichten zufolge in Gesprächen über die Aufnahme seiner ersten externen Finanzierung bei einer Bewertung von bis zu 45 Milliarden US-Dollar und unterstreicht damit Chinas Bestreben, heimische KI-Champions aufzubauen, die mit OpenAI und Anthropic konkurrieren können.

DeepSeek strebt Berichten zufolge eine Bewertung von 45 Milliarden US-Dollar in erster Finanzierungsrunde an

DeepSeek, das chinesische KI-Labor, das Anfang 2025 rasch an Bedeutung gewann, befindet sich Berichten zufolge in Gesprächen, um seine erste externe Finanzierung zu sichern – bei einer Bewertung, die bis zu 45 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Laut Berichten der Financial Times und von Bloomberg ist die angestrebte Unternehmensbewertung innerhalb weniger Wochen von rund 20 Milliarden US-Dollar auf bis zu 45 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Vom Durchbruchsmodell zum globalen Wettbewerber

DeepSeek etablierte sich als ernstzunehmender Akteur im globalen KI-Wettlauf, nachdem es ein großes Sprachmodell vorgestellt hatte, das mit einem Bruchteil der Rechenleistung und Kosten trainiert wurde, die führende US-Labore wie OpenAI und Anthropic einsetzen. Trotz geringerer Ressourcen bleibt das Unternehmen bei Benchmarks für Schlussfolgerungsfähigkeit und Programmierung wettbewerbsfähig und hebt sich zudem dadurch ab, dass es Open-Weight-Modelle frei verfügbar auf Plattformen wie Hugging Face veröffentlicht.

Diese Kombination aus Leistungseffizienz und Offenheit hat DeepSeek zu einem zentralen Bezugspunkt in Diskussionen über die künftige Struktur des KI-Ökosystems gemacht, insbesondere da die Debatten über offene versus geschlossene Modellstrategien an Intensität gewinnen.

Warum jetzt Kapital aufnehmen?

DeepSeek wurde vom Hedgefonds-Milliardär Liang Wenfeng gegründet, der Berichten zufolge nahezu 90 % der Anteile hält und bislang auf externe Finanzierung verzichtet hatte. Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs um Spitzenkräfte im KI-Bereich soll das Unternehmen nun jedoch Kapital aufnehmen wollen, unter anderem um Beteiligungsanreize zu bieten und Forschende angesichts aggressiver Abwerbeversuche durch Wettbewerber zu halten.

Der starke Anstieg der Bewertungserwartungen spiegelt sowohl den Investorenappetit auf leistungsstarke KI-Labore als auch die strategische Bedeutung der heimischen KI-Entwicklung in China wider.

Staatliche Unterstützung und strategische technologische Ausrichtung

Bloomberg berichtet, dass die Finanzierungsrunde möglicherweise vom China Integrated Circuit Industry Investment Fund angeführt wird, einem staatlich unterstützten Fonds zur Stärkung des heimischen Halbleiter-Ökosystems. Auch die chinesischen Technologiekonzerne Tencent und Alibaba sollen sich in Gesprächen über eine Beteiligung befinden.

DeepSeek hat seine Modelle für den Betrieb auf Chips von Huawei Technologies optimiert und richtet seinen Software-Stack damit auf inländische Hardwareanbieter aus. Diese Kombination gilt als strategisch bedeutsam, da China bestrebt ist, die Abhängigkeit von US-Technologie zu verringern, insbesondere bei fortschrittlichen KI-Chips, die Exportbeschränkungen unterliegen.

Sollte die Finanzierungsrunde zu der kolportierten Bewertung abgeschlossen werden, würde dies DeepSeek trotz seines vergleichsweise jungen Alters und der erst jetzt erfolgenden ersten institutionellen Kapitalaufnahme zu einem der wertvollsten KI-Start-ups weltweit machen.

Ein Signal im globalen KI-Wettlauf

Der rasante Anstieg der Bewertung von DeepSeek verdeutlicht zwei parallele Trends, die die KI-Landschaft im Jahr 2026 prägen: die stark wachsende Begeisterung von Investoren für Entwickler von Frontier-Modellen sowie den zunehmenden geopolitischen Wettbewerb um KI-Infrastruktur und Talente. Während die Vereinigten Staaten und China weiterhin um technologische Führungspositionen konkurrieren, werden Unternehmen wie DeepSeek zunehmend nicht nur als Start-ups, sondern als strategische nationale Vermögenswerte betrachtet.