Apple unter Ternus: Wie geht es weiter mit der Hardware-Strategie des Technologieriesen?
John Ternus, Apples designierter CEO, ist ein langjähriger Hardware-Manager, dessen Ernennung auf einen erneuten Fokus auf Geräte hindeutet. Während Apple sich im Wettbewerb um KI, mit Zöllen und Veränderungen in der Lieferkette auseinandersetzt, könnte sich das nächste Kapitel des Unternehmens auf KI-gestützte Hardware in Smartphones, Wearables und im Zuhause konzentrieren.

Während Apple darum kämpft, im Bereich KI wettbewerbsfähig zu bleiben und gleichzeitig mit Zöllen sowie Unsicherheiten in der Lieferkette umzugehen, steht die Zukunft des Unternehmens unter neuer Führung vor einem Wandel.
Apple gab bekannt, dass John Ternus später in diesem Jahr die Rolle des CEO übernehmen wird und damit Tim Cook nachfolgt. Cook verwandelte Apple in ein globales Schwergewicht mit einem Marktwert von 4 Billionen US-Dollar, baute das Dienstleistungsgeschäft aus und verantwortete einige der profitabelsten Jahre in der Geschichte der Technologiebranche.
Ternus bringt ein anderes Kompetenzprofil mit. Als langjähriger Hardware-Manager hat er seine Karriere damit verbracht, Apples Geräte zu entwickeln, statt das übergeordnete Geschäft zu steuern. Er kam 2001 zu Apple und stieg in den Reihen des Hardware-Engineerings auf, wobei er zu wichtigen Produkten wie den AirPods, der Apple Watch und der Vision Pro beitrug.
Seine Ernennung signalisiert eine erneute Fokussierung auf Hardware zu einem Zeitpunkt, an dem Apple unter Druck steht, seine nächste Ära zu definieren. Ternus wird nun mitbestimmen, wie diese aussehen wird.
Hardware mit KI im Mittelpunkt
Anstatt direkt mit Unternehmen zu konkurrieren, die die größten KI-Modelle entwickeln, könnte Ternus Apple dazu bewegen, sich auf KI-gestützte Geräte selbst zu konzentrieren – sei es das Gerät in Ihrer Hand, etwas, das Sie tragen, oder etwas, das sich in Ihrem Zuhause befindet.
Es gibt bereits erhebliche Spekulationen darüber, was Apple als Nächstes auf den Markt bringen könnte. Zu den Ideen zählen Smart Glasses, ein tragbarer Anhänger mit integrierter Kamera und AirPods mit KI-Funktionen. Laut Bloomberg würden diese Produkte mit dem iPhone verbunden sein, wobei Siri eine zentrale Rolle spielt.
Bildnachweis: Apple
Ternus wird voraussichtlich auch Produkte vorantreiben, die bislang in der Schwebe waren. Faltbare iPhones sind ein offensichtliches Beispiel. Seit Jahren kursieren Gerüchte, doch bislang sind sie nicht erschienen, da Apple im Vergleich zur Konkurrenz einen langsameren Ansatz verfolgt und wartet, bis die Technologie seinen Standards entspricht. Berichten zufolge soll ein faltbares iPhone im September erscheinen, sodass Ternus den Marktstart beaufsichtigen wird.
Apple soll Berichten zufolge auch Robotik erforschen, insbesondere für den Heimgebrauch. Ein Konzept umfasst ein Tischgerät mit einem Roboterarm, der an einem Display befestigt ist – im Grunde ein smarter Assistent, der sich bewegen und Ihnen zuwenden kann. Dies passt zu Ternus’ langjährigem Interesse an Robotik. Laut der New York Times baute er im College ein Gerät, das es Tetraplegikern ermöglichte, einen mechanischen Fütterungsarm mithilfe von Kopfbewegungen zu steuern.
Es gibt außerdem Ideen für mobile Roboter, die Nutzern folgen, einfache Aufgaben übernehmen oder wie ein beweglicher FaceTime-Bildschirm fungieren könnten. Einige Berichte erwähnen Experimente mit humanoiden Robotern, doch diese dürften noch Jahre entfernt sein.
Auch wenn keine dieser Initiativen garantiert auf den Markt kommt, vermitteln sie doch einen klaren Eindruck davon, wohin sich Apples Denken unter Ternus entwickeln könnte.
Lieferketten- und geopolitische Herausforderungen
Apples Hardware-Ambitionen kommen zu einer komplizierten Zeit. Anhaltende Engpässe bei Speicherchips, die häufig wechselnden Zollpolitiken von Präsident Trump sowie die Abhängigkeit des Unternehmens von der chinesischen Fertigung könnten Herausforderungen mit sich bringen.
Rund 80 % der iPhones wurden vor Einführung der Zölle in China produziert. Das Unternehmen hat sich kürzlich stärker nach Indien orientiert und dort im vergangenen Jahr laut Bloomberg etwa 25 % seiner iPhones gefertigt.