Google macht Chrome zu einem KI-Kollegen für den Arbeitsplatz
Google bringt Gemini-gestützte „Auto-Browse“-Funktionen in Chrome für Unternehmenskunden und ermöglicht damit die Automatisierung von Aufgaben wie Recherche, Dateneingabe und Terminplanung. Zudem erweitert das Unternehmen die Sicherheitsfunktionen, um IT-Teams bei der Verwaltung der KI-Nutzung und der Erkennung nicht genehmigter Tools zu unterstützen.

Im Rahmen seiner Ankündigungen zur Google Cloud Next hat Google Pläne vorgestellt, „Auto-Browse“-Agentenfunktionen für Chrome-Nutzer im Unternehmensumfeld bereitzustellen – zusammen mit erweiterten Sicherheitsmaßnahmen.
Gemini-gestützte Automatisierung in Chrome
Mit Auto Browse können Chrome-Nutzer Gemini verwenden, um den aktuellen Kontext in ihren geöffneten Browser-Tabs zu verstehen und Aufgaben wie Reisebuchungen, Dateneingaben, Terminplanung und andere webbasierte Tätigkeiten zu übernehmen.
Laut Google kann das Tool bei Aufgaben helfen, wie etwa beim Eingeben von Informationen in das bevorzugte CRM-System eines Unternehmens auf Grundlage von Inhalten in einem Google Doc, beim Vergleichen von Anbieterpreisen über mehrere Tabs hinweg, beim Zusammenfassen des Portfolios eines Kandidaten vor einem Vorstellungsgespräch oder beim Extrahieren wichtiger Daten von der Produktseite eines Wettbewerbers.
Die Workflows erfordern weiterhin einen „Human in the Loop“, das heißt, Nutzer müssen die Eingaben der KI manuell überprüfen und bestätigen, bevor eine endgültige Aktion ausgeführt wird. Laut Google besteht das Ziel darin, zeitaufwändige Aufgaben zu beschleunigen und Mitarbeitenden mehr Freiraum für „strategischere Arbeit“ zu geben.
Das übergeordnete Versprechen von KI-Befürwortern lautet, dass die Technologie den Menschen Zeit zurückgibt. Studien legen jedoch nahe, dass KI die Arbeit eher intensivieren als reduzieren könnte. Wie sich diese Dynamik auf Unternehmensebene entwickeln wird, bleibt abzuwarten – insbesondere wenn Führungskräfte erwarten, dass Mitarbeitende mehr Aufgaben in kürzerer Zeit erledigen.
Verfügbarkeit und Workflow-„Skills“
Die Funktion wird zunächst für Workspace-Nutzer in den USA verfügbar sein. Sie kann über eine Admin-Richtlinie aktiviert werden, und Google gibt an, dass die Eingabeaufforderungen einer Organisation nicht zum Training seiner KI-Modelle verwendet werden.
Wie bei der verbraucherorientierten Version können Workspace-Nutzer häufig genutzte Workflows als wiederverwendbare „Skills“ speichern. Diese lassen sich durch Eingabe eines Schrägstrichs („/“) oder durch Klicken auf das Pluszeichen aufrufen, um den benötigten Skill auszuwählen.
Unternehmenssicherheit und Erkennung von Shadow IT
Neben der Integration von KI in Chrome betont Google seine Fähigkeit, nicht autorisierte KI-Tools am Arbeitsplatz über Chrome Enterprise Premium zu erkennen. Das Unternehmen erweitert diese Funktionen, um IT-Teams dabei zu unterstützen, kompromittierte Browser-Erweiterungen oder andere KI-Dienste zu identifizieren – insbesondere das, was es als „anomale Agentenaktivität“ bezeichnet.
Google bezeichnet diese erweiterte Funktion als „Shadow-IT-Risikoerkennung“ und verschafft IT-Teams Einblick in die Nutzung sowohl genehmigter als auch nicht genehmigter GenAI- und SaaS-Websites innerhalb ihrer Organisation. Damit positioniert sich Chrome nicht nur als Produktivitätstool, sondern auch als Kontrollpunkt für die Einführung von KI im Unternehmen.
IT-Teams erhalten außerdem eine „Gemini-Zusammenfassung“ der Chrome-Enterprise-Release-Notes sowie weitere KI-gestützte Empfehlungen. Diese Zusammenfassungen heben wichtige Änderungen, neue Richtlinien, bevorstehende Abkündigungen und Empfehlungen hervor, wie etwa das Konfigurieren neuer Einstellungen oder das Überprüfen verwalteter Browser.
Google kündigte zudem eine erweiterte Partnerschaft mit Okta an, um den agentenbasierten Arbeitsplatz abzusichern. Dabei werden Funktionen hinzugefügt, die das Risiko von Sitzungsübernahmen verringern und den Schutz verbessern sollen. Darüber hinaus aktualisiert das Unternehmen die Sicherheitskontrollen für Erweiterungen und führt eine Integration von Microsoft Information Protection (MIP) ein, um Organisationen bei der Durchsetzung einheitlicher Sicherheitsrichtlinien zu unterstützen.