Chinesische Volkswagens erhalten KI-Agenten, die Autos ‚Persönlichkeit‘ verleihen
Die Volkswagen Group wird in ausgewählten Fahrzeugen für den chinesischen Markt KI-Agenten einführen, die natürliche Sprachinteraktion und stärker personalisierte Fahrerlebnisse ermöglichen. Die Einführung ist Teil der Roadmap „Agentic AI for All“ sowie der umfassenderen, auf China ausgerichteten Strategie des Konzerns.
Der Volkswagen Konzern wird KI-Agenten in einige seiner Fahrzeuge in China integrieren, sodass Fahrer Fahrzeugfunktionen per Sprachbefehl steuern können. Die Maßnahme wurde im Rahmen der „Agentic AI for All“-Roadmap des Unternehmens bei einer Vorschau auf die Auto China 2026 in Peking vorgestellt.
Teil einer „In China, für China“-Strategie
Die Initiative steht im Einklang mit Volkswagens „In China, für China“-Strategie, die sich auf die Entwicklung speziell auf den chinesischen Markt zugeschnittener Systeme konzentriert. Laut Unternehmen werden die neuen Bord-Agenten eine „hochgradig intuitive, menschenähnliche Interaktion zwischen Fahrzeug und Kunde“ ermöglichen.
Alle Modelle mit dieser Technologie basieren auf Volkswagens neuer skalierbarer China Electric Architecture (CEA). Die CEA-Plattform wurde speziell für China in Zusammenarbeit mit Volkswagens Software-Tochter Cariad und dem chinesischen Elektrofahrzeughersteller XPeng entwickelt.
Zu den ersten Fahrzeugen mit dieser Technologie gehört der ID.AURA T6, ein mittelgroßes SUV, das gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller FAW entwickelt wurde. Die Serienversion des SUV feierte auf der Messe in Peking ihr Debüt, nachdem sie zuvor bei Volkswagens Vorschauveranstaltung vorgestellt worden war.
Lokal trainierte große Sprachmodelle
Jeder KI-Agent integriert ein lokal trainiertes großes Sprachmodell (LLM), das darauf ausgelegt ist, mit den Insassen auf natürlichere Weise zu interagieren als herkömmliche Sprachassistenten. Während einfache Systeme auf simple Befehle reagieren können, geht Volkswagen nach eigenen Angaben mit seinen Agenten einen Schritt weiter.
Jeder Agent „versteht die Nutzerabsicht, führt komplexe, systemübergreifende Aktionen aus und trifft kontextbezogene Entscheidungen“, erklärte das Unternehmen, ohne jedoch konkrete Beispiele für Anfragen oder Gespräche zu nennen.
Gegenüber CNBC sagte Thomas Ulbrich, CTO von Volkswagen für China, das Ziel sei es, das Auto durch die Entwicklung eines Werkzeugs mit „Persönlichkeit“ stärker zu einem „Begleiter“ zu machen. Er fügte hinzu, dass der Agent auf Technologien der chinesischen Unternehmen Tencent, Alibaba und Baidu zurückgreift.
Bordseitige Verarbeitung für Sicherheit
Volkswagen erklärte, Sicherheitsbedenken dadurch berücksichtigt zu haben, dass das System ausschließlich im Fahrzeug und nicht in der Cloud ausgeführt wird. Dadurch verlassen die Daten das Auto nicht.
Architektur der nächsten Generation und Multi-Agenten-Systeme
Die Einführung von Bord-Agenten wird als erster Schritt in Volkswagens umfassender Agentic-AI-Roadmap beschrieben. Weitere Entwicklungen werden im nächsten Jahr mit der Einführung der Architektur der nächsten Generation CEA 2.0 erwartet.
CEA 2.0 wird „intelligente“ Fahrfunktionen und Cockpit-Features in einem leistungsfähigeren zentralen Rechensystem vereinen. Laut Volkswagen wird diese verbesserte Grundlage einen effizienten Fahrzeugbetrieb durch ein Multi-Agenten-KI-System ermöglichen, das aus koordinierten Agenten für das Fahren, das Cockpit-Erlebnis und Ökosystem-Dienste besteht.
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, bezeichnete die Einführung als Meilenstein.
„Mit diesem Schritt ist der Volkswagen Konzern der erste globale Automobilhersteller, der agentische KI im großen Maßstab über ein gesamtes Fahrzeugportfolio in China ausrollt“, sagte er in einer Erklärung.
Das Unternehmen gab nicht an, wann eine ähnliche Technologie in anderen Märkten eingeführt werden könnte.