Es ist nicht nur das eine — es ist das andere

Technology21.Apr.2026 03:083 min read

Die Satzkonstruktion „It’s not just this — it’s that“ ist in KI-generierten Texten so verbreitet geworden, dass sie inzwischen als nahezu sicheres Erkennungsmerkmal für synthetische Inhalte gilt. Eine Analyse von Barron’s ergab, dass die Formulierung seit 2023 in der Unternehmenskommunikation mehr als vervierfacht wurde.

Es ist nicht nur das eine — es ist das andere

Manchmal sind Dinge nicht nur eine Sache — sie sind auch noch etwas anderes. Diese Satzkonstruktion („Es ist nicht nur das — es ist jenes“) ist in KI-generierten Texten so verbreitet geworden, dass sie nicht mehr nur ein Hinweis darauf ist, dass ein Text synthetisch sein könnte — sie ist beinahe eine Garantie.

Eine Formulierung auf dem Vormarsch in der Unternehmenskommunikation

Ein aktueller Bericht von Barron’s untersuchte, wie stark diese Konstruktion in der Unternehmenskommunikation zugenommen hat. Anstatt den Trend lediglich zu erwähnen, durchsuchte die Publikation die Datenbank des Marktanalyseunternehmens AlphaSense, um zu messen, wie häufig die Formulierung in Unternehmenspressemitteilungen, Geschäftsberichten und behördlichen Einreichungen vorkam.

Laut Barron’s hat sich die Verwendung der Konstruktion mehr als vervierfacht — von etwa 50 Nennungen im Jahr 2023 auf über 200 Verwendungen im Jahr 2025.

It’s not just one thing — it’s another thing

Beispiele aus dem vergangenen Jahr

Aktuelle Unternehmensstatements zeigen, wie weit verbreitet diese Formulierung inzwischen ist:

  • „Im Jahr 2025 wird KI nicht nur ein Werkzeug sein; sie wird ein Kollaborateur sein.“ (Cisco)
  • „Die Zukunft der Autonomie liegt nicht nur am Horizont; sie entfaltet sich bereits.“ (Accenture)
  • „DevOps-Teams verwalten nicht nur Bereitstellungen, sondern auch Sicherheits-Compliance und Cloud-Ausgaben.“ (Workday)
  • „Diese Systeme führen nicht nur Aufgaben aus; sie beginnen zu lernen, sich anzupassen und zusammenzuarbeiten.“ (McKinsey)
  • „Als Bill Microsoft gründete, stellte er sich nicht nur ein Softwareunternehmen vor, sondern eine Softwarefabrik, die nicht durch ein einzelnes Produkt oder eine Kategorie begrenzt ist.“ (Satya Nadella in einem Microsoft-Blogbeitrag)
  • „Es geht nicht nur darum, Werkzeuge für bestimmte Rollen oder Aufgaben zu entwickeln. Es geht darum, Werkzeuge zu entwickeln, die jeden befähigen, seine eigenen Werkzeuge zu schaffen.“ (Derselbe Microsoft-Blogbeitrag.)
  • „Stellen Sie sich nur vor, alle 8 Milliarden Menschen könnten einen Forscher herbeirufen … nicht nur, um Informationen zu erhalten, sondern um dessen Fachwissen zu nutzen, um Dinge zu erledigen, die ihnen zugutekommen.“ (Derselbe Microsoft-Blogbeitrag.)

Ein Hinweis auf KI-generierte Texte?

Die Häufigkeit dieser Konstruktion in generativen KI-Ausgaben spiegelt möglicherweise die Texte wider, mit denen diese Systeme trainiert wurden. Gleichzeitig deutet die Wiederholung der Formulierung in der Unternehmenskommunikation darauf hin, wie stark KI-Tools die Kommunikation beeinflussen könnten — auch wenn sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, ob bestimmte Beispiele mit Unterstützung von KI erstellt wurden.

Nicht nur diese Satzkonstruktion hat Aufmerksamkeit erregt; auch Gedankenstriche werden zunehmend als Hinweis auf KI-generierte Texte betrachtet.

Was wie ein harmloser stilistischer Trend erscheinen mag, könnte sinnbildlich für etwas Größeres stehen: die wachsende Abhängigkeit von KI in der Unternehmenskommunikation. Wenn Sie also das nächste Mal auf einen Satz stoßen, der als „nicht nur das — sondern das“ formuliert ist, könnte er mehr sein als nur eine eingängige Konstruktion.